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Ohne Titel, 2013, Stanzung in Fundstück, 69,7x59,7cm

Ohne Titel, 2012, Stechung durch Fundmaterial, 47,5x57,5cm


Johannes Regin

Johannes Regin, entwickelte sich während seines Kunststudiums an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei dem Zeichner Hanns Schimansky zum Spezialisten für Punktraster. Er setzt kleine wie große Punkte auf seine jeweiligen Materialien auf. Sie scheinen sich 100 bis 1000fach zu wiederholen. So überzieht Regin mit ihnen alte und neue Papiere, verschiedenste Fundstücke oder großflächig Innen- und Außenwände. Er lässt sich auf das von ihm ausgewählte Material ein. Regin weiß sofort, wie groß die Punkte sein müssen, erkennt, ob sie zeichnerisch oder malerisch aufgesetzt bzw. ins Fundstück hineingestochen, -gestanzt oder reingemeißelt werden müssen. Den Weg des Findens und Erfindens hat er sich erobert. Johannes Regin vertraut seinem Instinkt, um das irrationale Terrain in Berlin zu durchqueren - um sich hier zu behaupten

Johannes Regin


Der technischen Raster müde, erlöst Johannes Regin unseren Augenstress, indem wir durch die Flächen seiner intuitiv gesetzten Kleinstzeichen mit Abstand hindurchsehen können auf sich überlagernde Strukturen. Spurenfragmente von Fundstücken erzählen ihm sofort viel. Er lässt sich nicht auf  jedes Gerede von ihnen ein. Mitunter müssen die Teile in einer unbeachteten Ecke warten. Regin betrachtet sie immer wieder. So manche verstummen.  Bei schließlich Gebliebenen schaut er in ihre Geschichten hinein. Fundstücke sind ein Gegenüber für ihn. Kleinste Abweichungen, Spannungsverschiebungen im Rhythmus seiner Punktraster, durchsickernde alte Farbspuren und Zeichenfragmente, liniengleiche Risse, klaffende Brüche, all diese Ebenen führt er mit seinen Überzeichnungen in ihrer Komplexität zusammen. Sanft berührend wird ein Schwebezustand hervorrufen - oft kaum wahrnehmbar. Im Kontrast können die Rasterpunkte rhythmisierend zu überflutenden Wellen werden. Die Erinnerungsspuren unseres eigenen Netzwerkes schwingen mit, sie sind nicht festgeschrieben.

Mit den Techniken der Druckgrafik setzte er sich während seines Studiums immer wieder auseinander. Eine Wechselwirkung mit dem Zeichnen wird spürbar. In jüngsten Grafiken mutieren die Punkte zu Strichen und sich aufdrehenden, ausfransenden Flecken.

Das Netz seines minutiösen Regelwerkes unterläuft Regin zunehmend mit selbst verursachten Spuren und fordert damit weitere Eigenbewegungen heraus. Seinen subjektiven Kosmos entwickelt er durch selbstreflektiertes, verdichtetes  weiterarbeiten .

Und plötzlich reist er nach Amsterdam, weil er dort für kurze Zeit einen Arbeitsplatz hat. Er nutzt diesen, um aus dem Abstand heraus konzentriert zeichnen zu können. Auf einem geschöpften, offenen Papier kommen die Punkte wie Poren einer verwandten Haut daher. Er poliert einige Stellen des Papiers, die Poren schließen sich aber das Blatt atmet weiter.

Zeit vergeht während des Arbeitens. Was außerhalb abläuft fließt, verdichtet in den Rhythmus mit ein - von Blatt zu Blatt, von Fundstück zu Wand. Johannes Regin punktet unbeirrt weiter.
Ohne Titel, 2011,
Marker auf Fundstück, 53x41cm
Ohne Titel, 2013,
Marker auf Fundstück 51,8x28,6cm
Sonderedition, o.T., 2014, Radierung,
19,5 x 14,5 cm, 10 Ex
Biografie

1986in Neubrandenburg geboren
2007–12Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee,
2013Meisterschüler bei Hanns Schimansky,
seit 2010Teilnahme und Organisation von Gruppenausstellungen in Berlin
2013P142, Berlin, „Erfindungsdrang“; Kunsthalle am Hamburger Platz, Berlin „Selektive Blindheit“; „ Institut für alles Mögliche, BerlinProlog“; Pavillon am Milchhof, Berlin, „On site“,;
2013Galerie Inga Kondeyne, Berlin (zus. m. Kazuki Nakahara)
Mart Stam PReis - Kunsthochschule Berlin, Ausstellung und Katalog
2014Galerie Inga Kondeyne, Berlin, „Paarlauf“

lebt und arbeitet in Berlin