Claudia Busching
 o.T., 1992, Acryl / verschiedene Papiere, 51 x 149 cm
Seit 1991 gehören Claudia Buschings strenge Wandobjekte aus Papier zum Galerieprogramm. Ihre
schwarz und schwarz/weiß bestimmten Arbeiten traten eindringlich zeichenhaft in verschiedenen Gruppenausstellungen und Einzelausstellungen an den Galeriewänden in Erscheinung - zunächst
in der Galerie Rotunde im Alten Museum und ab 1995 in der Galerie in den Hackeschen Höfen.
Claudia Busching´s severe/rigorous wall objects of paper have been part of the Galerie´s program since 1991. Her predominantly black/white works set a sign when presented at various group and one-man shows: first at the Galerie Rotunde of the Alte Museum (Berlin) and since 1995 at the Galerie in the Hackesche Höfe.
Kaum an der Wand, begannen ihre streng durchkomponierten, klar aufgebauten Arbeiten aus ihrer realen Zweidimensionalität ein illusionistisches Spiel mit dem Raum.
Bis Anfang der 90er Jahre brachte ein Über- und Aneinanderkleben unterschiedlicher Papiere (Dichte, Textur), oft mit Gebrauchsspuren, mit verschiedenen, abgetönten Schwarz- und Weißfarben übermalt, einen interessanten optischen Reiz in Claudia Buschings Arbeiten.
1995 fand die erste Einzelausstellung in der neu eröffneten Galerie Inga Kondeyne in den Hackeschen Höfen statt.
In dieser Ausstellung waren Arbeiten ausgestellt, deren Oberflächen dagegen pur und glatt wirkten, dafür erschienen aber plötzlich runde Formen. Sie erkundet in den Arbeiten dieser Ausstellung die Möglichkeiten des Kreises als Grundelement.
 o.T. 1994, Acryl/verschiedene Papiere, 2 Teile, 68 x 240 cm
1998 Ausstellung Claudia Busching, zusammen mit Eisengußobjekten von Johanna Bartl.
Fern von jeglicher Materialästhetik treten Claudia Buschings Objekte in dieser Ausstellung in absoluter Strenge auf. Das Papier ist jetzt durch Pappe ausgewechselt, das sie schwarz und schwarzgraugetönt einstreicht. Diese nüchternen Bildobjekte provozieren noch stärkere, überraschendere Raumillusionen.
 o.T., 1998, Acryl/Pappe, 77 x 105 cm |
 o.T., 1998, Acryl/Pappe,72 x 124 cm |
2001 können die Besucher dann schließlich nur durch einen kleinen, rechteckigen Sehschlitz in den abgeklebten Galeriefenstern, die installierte Arbeit von Claudia Busching als zweidimensionale Raumzeichnung wahrnehmen. Fortan verzichtet sie auf Papier und Pappe, sie malt mit Farbe direkt ihre ‘Architekturzeichen’ auf die Wand.
D.h. sie sucht sich Räume, für die sie Wandzeichnungen entwickelt; temporär besetzen diese die Räume mit ungeahntem neuen Eigenleben, die Architektur provokativ verdrehend.
 Rauminstallation, 2001
Das Spiel zwischen Architektur und Objekt wieder aufnehmend, löst Claudia Busching sich von der Wand und entwirft und baut jetzt in der ‘Mehrzweckhalle’, ihrem Projektraum in Prenzlauer Berg, funktionale Objekte.
‚Die Gleichzeitigkeit von Gegensätzen, von Schwarz und Weiß, Hell und Dunkel, Oben und Unten, leicht und schwer, rechts und links, zwischen Raum und Fläche, zwischen Kunst und banalem Gebrauchsgegenstand und die Spannung dazwischen ist für mich Thema und Anlaß zur Arbeit. So sind die frühen monumentalen Figur- und Architekturdarstellungen leichte Papier(abfall)- Arbeiten, die "Flieger" stellen Räumlichkeit auf der Wandfläche in Frage, die Raumzeichnungen dagegen machen den Raum zur Fläche. Die neuen Arbeiten, Möbel und Gebrauchsgegenstände im weitesten Sinne, benutzen zum Teil die Formensprache der Älteren, sind aber darüberhinaus nützlich, praktisch und umweltfreundlich. Recycling spielt wieder eine Rolle: die ursprüngliche Aufgabe eines Gegenstandes und die neue, ihm von mir zugewiesene. Die Räumlichkeit, die die früheren zweidimensionalen Collagen vortäuschten, wird zum Schrank, zum Behälter, zur betast- und benutzbaren Tatsache.
Darf Kunst brauchbar sein, kann ein Papierkorb ein Kunstwerk sein und ist es nicht langweilig, sich darüber überhaupt Gedanken zu machen?‘ (Claudia Busching,2004)
"The simultaneity of contrasts: black/white, bright/dark, above/below, light/heavy, right/left, between space and surface, between art and banal articles of daily use - results in a tension which becomes both theme and motive for my work. So my early monumental, figurative and architectural works are weightless (waste)paper products. The "flyers" e.g. put the spaciality of the wall in question.; while the "roomdrawings", in contrast, convert the room´s space to pure surface. The newer works - furniture and articles of daily use (in the widest sense) - make use of the forms of the earlier works, but in addition are useful, practical and ecological. Again recycling plays a role: to the original function of the object is added a new one which I have assigned to it. The three dimensional space which the earlier two dimensional collages pretended to becomes real: a wardrobe, a container - both tangible and useable. May art be useful? Can a wastepaper basket be a work of art? Isn´t it tedious even to think about
it...."(Claudia Busching, 2004)
 StreifenSchrank, 2004 |
 Schiefer Schrank, 2002 |
 Behälter, 2004 |
 Behälter, 2004 |
Biografie
1954 in München geboren
1976-81 Studium der Malerei an der Hochschule der Künste, Berlin bei Prof. Hann Trier, Meisterschülerin
1986 Arbeitsstipendium des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin
1987-88 Arbeitsstipendium des Kunstfonds, Bonn
1988 Arbeitsstipendium Casa Baldi, Olevano Romano, Italien
1991-94 Atelierstipendium Käuzchensteig, Berlin
1996 Arbeitsstipendium des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin
seit 2003 betreibt CB den Projektraum Mehrzweckhalle, Berlin, anfangs mit Gisela Kleinlein
lebt in Berlin
Verfügbare Kataloge:
"Claudia Busching, Flächenräume",1996, Städtische Galerie, Schwäbisch Hall
"Claudia Busching, Papier Arbeiten, Linol Schnitte", 1995, Kunstverein Göttingen, Galerie Scheffel, Bad Homburg,
Galerie Heimeshoff, Essen
Einzelausstellungen (Auswahl):
1986 Kutscherhaus, Berlin (Kat.)
1987 Galerie Scheffel, Bad Homburg
Galerie Barz, Hannover
1988 Galerie Marina Dinkler, Berlin
Galerie Sima, Nürnberg
Xylon, Museum und Werkstätten e.V., Schwetzingen (Kat.)
1989 Galerie der Kunsthochschule Utrecht, (Kat.)
1990 Tore. Kleine Orangerie des Schlosses Charlottenburg, Berlin
1991 Galerie Heimeshoff, Essen (Kat.)
Sala Parpallo, Valencia, (Kat.)
1992 APC Galerie, Hamburg
1993 Städtisches Kunstmuseum Spendhaus, Reutlingen (Kat.)
Galerie Walzinger, Saarlouis
Kasseler Kunstverein (mit Gisela Kleinlein)(Kat.)
Galerie Transit, Bergamo, (Kat.)
Marburger Kunstverein (Kat.)
1994 Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland, New York (mit Beatrix Sassen)
Galerie von der Tann, Berlin (mit Mari Rantanen)
Kunstverein Göttingen (Kat.)
1995 Galerie Inga Kondeyne, Berlin
1996 Städtische Galerie, Schwäbisch Hall (Kat.)
Kunstverein Würzburg
1997 Marion Grcic-Ziersch, München
1998 Galerie Inga Kondeyne, Berlin
Kunstraum MI Posselt, Bonn
Galerie König, Hanau
2001 Galerie Inga Kondeyne, Berlin
APC Galerie, Köln
2002 APC Galerie, Fribourg
2003 Küchenwelt am Museum. Kavalierstr., Dessau
Gruppenausstellungen (Auswahl):
1983 Junger Westen. Recklinghausen (Kat.)
1984 Ausstellung zum Kunstpreis Gelsenkirchen
Städtisches Museum, Gelsenkirchen (Kat.)
1985 Neun. Karl Ernst Osthaus Museum, Hagen (Kat.)
1986 Acht Berliner Künstler. Luitpoldbad, Bad Kissingen (Kat.)
1987 Deutscher Künstlerbund. Bremen (Kat.)
Galerie Naito, Nagoyashi, Japan
Deutsche Hochdruckgrafik. Xylon, Schwetzingen und Lodz, (Kat.)
Zehn:Zehn. Kunsthalle Köln und Berlin(Kat.)
1988 Villa Massimo Auswahl, Landesmuseum, Schleswig (Kat.)
Villa Romana Auswahl, Germanisches Landesmuseum,Nürnberg
1989 Internationale Grafik Triennale. Fredrikstad, Norwegen (Kat.)
Linolschnitt heute. Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen (Kat.)
1990 Kunstszene Berlin (West). Berlinische Galerie
Ambiente Berlin. Biennale Venedig, und Kunsthalle Budapest, (Kat.)
1991 Deutsche Hochdruckgrafik 1990. Gewerbemuseum, Winterthur, Schweiz
Aspekte Abstrakter Art. Kunstverein, Lingen (Kat.)
Berlin!. Hugh Lane Municipal Galerie, Dublin, (Kat.)
Kultrum. Galerie Neumeister, München (Kat.)
Deutscher Künstlerbund. Kunsthalle Darmstadt (Kat.)
Interferenzen. Riga, und St. Petersburg (Kat.)
1992 Farbskulpturen. Galerie Mario Mauroner, Salzburg
Galerie Bodo Niemann, Berlin (mit H. Ottersbach und R. Barzen)
Maisalon. Berlinische Galerie (Kat.)
Deutscher Künstlerbund. Ludwig Forum, Aachen (Kat.)
1993 Linolschnitte. Forum Vebikus Schaffhausen, Schweiz
Collage in Deutschland 1950-1993. Kunstverein Speyer (Kat.)
1994 Papier=Kunst 2. Neuer Kunstverein Aschaffenburg (Kat.)
1995 La Nuova Europa. Zitelle, Venedig, Italien (Kat.)
Tragfläche. Museum Bochum (Kat.)
1996 La Nuova Europa. Villa Sparina, Gavi, Italien
Linoleum. Commune di Codogno, Mailand
Deutscher Künstlerbund. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Kat.)
1997/98 Gabriele Münter Preis 97. Bonn, Osnabrück, Erfurt
1998 TRäume. Städtische Galerie, Villa Zanders, Bergisch Gladbach (Kat.)
1999 Papier Pur. Städtische Galerie Villa Zanders, Bergisch Gladbach
Dialoge. Kunstforum in der Grundkreditbank, Berlin
2000 Vom Holz. Städtisches Kunstmuseum Spendhaus, Reutlingen (Kat.)
ARK2000. Dilston Grove, London
2001 points of view. Künstlerhaus Dortmund (Kat.)
2002 Farbe-Struktur-System-Raum.Kunstverein Wiligrad und Forum Konkrete Kunst Erfurt (Kat.)
2003 Lampen. Mehrzweckhalle Berlin
2004 Der Schrein. Mehrzweckhalle Berlin
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