Galerie Inga Kondeyne Galerie Inga Kondeyne
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Galerie Inga Kondeyne

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Bernhard Garbert

Einer von den in Berlin lebenden Westfalen ist Bernhard Garbert. Die Erstbegegnung mit seiner Arbeit geschah durch seinen Katalog des NBK. Beeindruck vom tiefen Schwarz der Oberflächen seiner Kartonobjekte in der Neuen Nationalgalerie folgte ein Atelierbesuch. Im Atelier fand ich die Arbeit "Kosmos" vor. (allerdings hatte er diese in seiner Familienküche installiert).



"Kosmos", 1999 (Glasscherben unterschiedlicher Größe; jeweils mit dem größtmöglichen Quadrat aus Kohlestaub/Acryl versehen: vorder- und rückseitig. Die einzelnen Scherben sind einem geometrischen Grundmuster zufolge mit gleichem Abstand an der Wand befestigt )


1999 waren dann auf dem gemeinsamen Messestand mit der Galerie Rainer Borgemeister seine sogenannten mannshohen Gummigläser zu sehen.


o.T., 1994, Glasscheiben, Gummibänder, 180 x 90 cm


Zum 20. Geburtstag meiner Galerietätigkeit installierte er in den Galerieräumen die Arbeit "Große Schleife".


Große Schleife, 2000, 49 Wechselrahmen, Lack, Papier, 300x630x390cm

"Das Repertoire an Materialien und Formen, die bei Bernhard Garbert Verwendung finden, ist ebenso einfach: Pappe, Asche, Gummi, Glas,...in / auf runden oder viereckigen Gegenständen wie Dosen und Kartons. Material wird jedoch nicht als träger von Bedeutung eingesetzt, abgesehen von dem praktischen Aspekt, daß es billiger und alltäglicher (Abfall-) Stoff aus dem überwiegend häuslichen Bereich ist, der keine große technische oder finanzielle Investition erfordert. Das Material könnte für jeden nahliegend und verfügbar sein. Dennoch bleibt auch bei Garbert die Diskrepanz zwischen wertvoller Kunst und wertlosem Material wirksam und insofern auch bedeutsam. Aber nicht als Zeichen des Widerstands oder als gegenmodell zu einem wie auch immer bestimmten "Establishment" der hoh(l)en Werte. Das hatte die Arte Povera längst in den 60er Jahren bewerkstelligt. Garberts arme Materialen machen vielmehr klar, daß der Wert der Kunst ohnehin einer anderen Ökonomie unterliegt als der der Materialpreise (die aber nicht weniger zwingend ist ). Nicht das Material muß neu sein, um in den 90er Jahren weiter Kunst zu machen... ...Garbert hält sich und den Betrachter auf Abstand - und mit Humor, aber ohne Ironie. Im Lachen entzünden sich die Enden des Abstands zum Kurzschluß. Ein ironisches Verhältnis hat man in der Regel zu einer Person, einem Sachverhalt außerhalb seiner selbst. Georg Herold kommentiert Kunst mit (Nicht-) Kunst:"So I did it". Bernhard Garbert hält sich nicht mit Selbstbezüglichkeiten auf, sie werden als Reflexionsleistung vorausgesetzt. Garbert erinnert an den Wert, den die Maler der Malerei gegeben haben und er entwertet sie gleichzeitig, indem er sie ihres ideellen oder ideologischen Geheimnisses beraubt. Die Idee der Abstraktion als Erlösungsform(el) der Moderne wird von Kopf auf die Füße gestellt....
...."Angelika Stepken "Kunst-Geschichten" in Kat. Bernhard Garbert, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 1995.

   
Pur Pur, U2, Berlin/Alexanderplatz, Dez. 02 - Juni 03 Pur Pur, U2, Berlin/Alexanderplatz, Dez. 02 - Juni 03

....Duchamp benutzte einmal den Vergleich "dumm wie ein Maler", um auf den Rahmen des Denkens anzuspielen. Bernhard Garbert läßt die Malerei hinter sich, wenn er sich von der Wand entfernt, in den Raum hineingeht , an alle möglichen Orte. Die Erfahrung mit dem Bild wird zur Vorgeschichte. Malerei ist Kunstgeschichte, und die muß bedacht sein, um sie mißachten zu können. Jedes Kunstwerk will die Geschichte zu einem Ende gingen, um sich und Aktualität zu behaupten. Garbert kann mit leeren Händen an die verschiedensten Orte gehen. Material ist verfügbar. Er muß keine Bilder im Gepäck haben, um die Malerei zu wiederholen. Im Gegenteil. Er kennt die Spielregeln und behauptet (eben deshalb und wider das bessere Wissen), daß er alles anders macht. Wenn man es dann sieht, ist es eine Kunst, die bedacht sein will."Angelika Stepken "Kunst-Geschichten" in Kat. Bernhard Garbert, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 1995.

   




Biografie

1957        geboren in Vardingholt, Westfalen
1978-85   Studium an der Hochschule der Künste, Berlin
1988        Arbeitstipendium des Kultursenats, Berlin
1989-90   Stipendium für das P.S.-I-, New York
1990        Förderpreis des Deutschen Künstlerbundes
1994        Arbeitsstipendium des Kultursenats, Berlin
1996        Kunstpreis der Grundkreditbank, Berlin
1997        Stipendium des Kunstfonds, Bonn
1999-02   Lehrauftrag für "Plastisches Gestalten" am Fachbereich Architektur der Technischen Universiät, Berlin
seit 2002  Professur für Plastik am Fachbereich Bildende Kunst der Fachhochschule Honnover
2003        "Torreao-Artist-in-Residence"-Programm, Porto Alegre/Brasilien "Onufri2003", Catch me if you can,
               2. Preis, Nationalgalerie Tirana

lebt in Berlin und Hannover



Einzelausstellungen (Auswahl):

1986        Galerie Dreher, Berlin
1987        Galerie Rottloff, Karlsruhe
1990        Galerie Dreher, Berlin
1991        Galerie Rottloff, Karlsruhe
1991        M. Roeder Gallery, New York (zus.m. S. Gritsch)
1993        Chapelle des Brigittines, Brüssel, "Rotkreuzgedichte"
1994        Kunstverein Heinsberg, "Zeitraffer"
1995        Neuer Berliner Kunstverein, Berlin
1995        Kunstverein Lüneburg
1996        Art Acker, Berlin,"Yolculuc öncesi"/Raum 420/ Berlin"museum"
1997        Marmara Universität Istanbul, "Ikii Durum" (zus, m. Birgit Wolf)
1997        Dogenhaus-Galerie, Leipzig, "Blaue Stunde"
1997        UKS-Galerie, Oslo, "Padded Cell"
1999        Galerie Inga Kondeyne, Berlin, "Kosmos"
2000        Robert-Koch-Saal der Chrarité, Berlin, "Wortstücke"
2000        Galerie Inga Kondeyne, Berlin, "Große Schleife"
2002        HO-Galere, Berlin-Hellersdorf, "Kommen und Gehen"
2002        Wettbewerb Alexanderplatz, Bahnhof der Linie U 2, "PUR PUR"
2003        Torreao, Porto Allegre/Brasilien, "Small"
2003        Nationalgalerie Tirana, ,-Catch me, if you can -'
2003        Art Acker, Berlin, Projekt Bild und Wort, "Orientalische Kunst"
2004        Kunstverein Schwerin, "Offentliche Lesung"
2008        Galerie Inga Kondeyne, Berlin, zusammen mit Dorothee Rocke