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Konrad Wohlhage ist am 28.09.2007 verstorben.
Im Raum „Deck 4“ in der Galerie waren bis 30.10.07 weiterhin Zeichnungen von Konrad Wohlhage ausgestellt.
Der Katalog: „Konrad Wohlhage - Zeichnungen“ 19 € ist in der Galerie erhältlich.
KONRAD WOHLHAGE
Zur Ausstellung luden wir Sie herzlich ein.
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7. Sept. 2007 - 15. Okt. 2007 |
Galerie Inga Kondeyne, Linienstraße 115, 10115 Berlin, Tel 030/25297308 Fax 09, Öfz.: Di-Fr 14-18, Sa 12-17 Uhr
ingakondeyne@galeriekondeyne.de, www.galeriekondeyne.de

ROLF LIEBERKNECHT
Als Konrad Wohlhage und Rolf Lieberknecht 1984 bei der Vorbereitung der Architekturausstellung
„Zukunft der Metropolen“ in Berlin zusammentrafen, begann ihre Freundschaft. Sie
wurde zu einer Künstlerfreundschaft.
Die Zeichnungen von Konrad Wohlhage und die Plastiken von Rolf Lieberknecht kommen
jetzt, 2007, in einer gemeinsamen Ausstellung mit Doppelkatalog in den Räumen der
Galerie Inga Kondeyne in Berlin zusammen, als ob sie eine vor Jahren getroffene Verabredung
einhalten würden.
Immer wieder überrascht Rolf Lieberknecht mit gekonnten Kunstgriffen, sei es als Naturforscher,
wenn er die Elemente Luft, Wasser und Erde in erstaunliche Spannungsverhältnisse
versetzt, oder als Konstrukteur materialperfekter, stadtraumbezogener Konstruktionen
aus Edelstahl. Seine mit Wind animierten Skulpturen irritieren den Betrachter auf seinen
Wegen durch unrunde Bewegungen, bringen ihn aus seiner gewohnten Spur.
Seit einigen Jahren arbeitet Rolf Lieberknecht überraschenderweise an Objekten im Format
pocketsize. Wie ein Instrumentenbauer erzeugt er mit wenig Material schwingende Bewegungen.
Die scheinbar handzahmen Objekte, die selbst auf den Atem eines einzelnen Betrachters
reagieren, sind bereit zum Tanz als Perpetuum mobile. Aber ihr Stillstand ist dann
einfach schön. Heftiges Starten oder Landen von Zimmerfliegen auf diesen Objekten führt
mitunter zum Absturz der Konstruktion. Das leichte, aber stabile Material ist vorbereitet auf
den Flug. Die wie Strichzeichnungen wirkenden feinen, umeinander schwingenden Metallnadeln
im Raum ziehen in ihren Bewegungen schleichende, weit ausgreifende Schattenlinien
im eigenwilligen Bogenrhythmus auf den Wänden nach sich. Zeichnungen, nur einen Moment
lang wahrnehmbar, als Gegenentwurf zu den Arbeiten von Konrad Wohlhage, die langsame,
meditative Betrachtungsweisen herausfordern.
Das Werk von Konrad Wohlhage: Aus fließendem Zeichnen sammelten sich Blätterberge an,
gleichzeitig trieben ihn Architekturentwürfe in höchste Höhe (TV Tower Guangzhou, China
2005). Aus der Vogelperspektive entdeckt er Formenwelten, und auffällig ist die immer wieder
neu angesetzte Horizontlinie auf dem Papier – als Versuch, in neue Ebenen vorzustoßen.
Gesehenes, Empfundenes wird spontan aufgezeichnet, aufgeschrieben, verwandelt, vergrößert,
verkleinert ... Von Blatt zu Blatt verwirklicht der Zeichner sein vor dem inneren Auge
festgemachtes Alphabet.
Den Betrachter zieht es nah an die Zeichnungen heran. Beim genauen Hinsehen entdeckt
man immer wieder Taktwechsel in feinen Spuren linearer Strukturen. Schwarz und malerisch
ist der Graphitstrich seiner Hand, aus dem er andererseits wieder weiße Striche heftig herauskratzt.
Verwobene Schwingungen reich variierter Einzelblätter vereinen sich im Nebeneinander
zu Graphitklängen mit eigenen Taktfolgen.
Die Räume werden erfüllt mit linearen Rhythmen der „zeichnenden“ Objekte Rolf Lieberknechts
und der Graphitzeichnungen Konrad Wohlhages – mit festgeschriebenen und entmaterialisierten
Bewegungen in permanentem Schrittwechsel. Wer denkt da nicht unwillkürlich an
Tanzformationen?
Zur Ausstellung erscheint ein Doppelkatalog.
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