POMONA ZIPSER
Zur Ausstellung luden wir Sie herzlichst ein.
|
30. November 2007 - 12. Januar 2008 |
Galerie Inga Kondeyne, Linienstraße 115, 10115 Berlin, Tel 030/25297308 Fax 09, Öfz.: Di-Fr 14-18, Sa 12-17 Uhr
ingakondeyne@galeriekondeyne.de, www.galeriekondeyne.de
HANNA HENNENKEMPER
In dieser Ausstellung treffen neue unerwartete, orange aufleuchtende Plastiken von Pomona
Zipser und jüngst gedruckte, in rot pulsierende Radierungen von Hanna Hennenkemper
aufeinander – ein Fest von Farbsignalen. Für die Arbeit im Atelier oder in der Druckwerkstatt
haben diese beiden Berliner Künstlerinnen ähnliche Rezepte: die Spannung des
Immer-wieder-Veränderns, des Hinzugebens und des Weglassens von Realitätsfragmenten
so lange erhöhen, bis sich neue zeichenhafte Plastiken oder Grafiken zeigen.
Hanna Hennenkemper, Jg. 1974, hat als junge Zeichnerin mit ihrem speziellen, persönlichen
Forschungsprojekt „Druckgraphik“ als ehemalige Studentin von Eckkehard Thieme
(Graphikklasse in Kiel) und ab 2003 in Berlin als Studentin und Meisterschülerin von
Hanns Schimansky an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bereits Aufmerksamkeit auf
sich gezogen. Ihre regen Ausstellungsaktivitäten, u. a. als Mitglied des „Tennis-Elephanten“ , unterstützen ihren
Versuch, die Druckgrafik wieder neu ins Spiel des Kunstbetriebs einzubringen. Sie hinterfragt
die unendliche Beziehungsgeschichte zwischen Material und Technik unkonventionell und
experimentell. Dabei gelingt es ihr durchaus, die geheimnisvollen Eigenwerte der Radierung neu
zu beleben. Betrachter sehen orchestral anmutende, farbige Fragment-Formationen, die auf
dem erstrahlenden Weiß des Papiers pendelnd in Schwingung geraten. Ihre Bildräume bleiben
dabei klar strukturiert. Hanna Hennenkemper fasziniert es, während der Arbeit Ordnung und
Chaos, Zufall und Notwendigkeit in Zusammenklänge zu bringen. Man gerät sehenden Auges
in die sensible Welt ihrer Energien. Ihre Batterie ist gespeist vom Aufwachsen am Meer
(Flensburg), von ihren Aufenthalten in Afrika, den USA, in Rumänien und ihrem täglichem
Familienleben in Berlin-Weißensee.
Einzelarbeiten erscheinen meist als Mitglieder lockerer, korrespondierender Gruppen.
Es gibt bisher keine Auflagendrucke, „nur“ Originale von Hanna Hennenkemper. In ihrer
Experimentierfreude hat sie bisher bis zu 19 Platten übereinander gedruckt oder gedruckte
Elemente für Installationen direkt auf der Wand benutzt.
Pomona Zipser, Jg. 1958, ist im Kunstbetrieb als Holzbildhauerin bereits Mitte der 1980 Jahre
mit ihren Plastiken aufgefallen. Sie kam einige Jahre zuvor aus München von der Akademie
der Bildenden Künste nach Berlin, um an der HdK Bildhauerei zu studieren. Seither arbeitet
sie hier, stellt aus, lehrt und lebt in Berlin. Durch Projekte der Berlinischen Galerie
beispielsweise war sie auf der Biennale Venedig vertreten sowie in Budapest und in Dublin.
Ein dokumentierender, seit 2004 vorliegender Katalog gibt einen genauen Überblick.
Als Betrachter ihrer eindringlichen „Material-Zeichen“ spürt man in den Arbeiten, angezogen
von der ständigen optischen Verwandlung, ihren besonderen Sinn für eine klar durchdachte
Balance zwischen Kompaktheit und Durchlässigkeit. Zunächst überrascht, wird der eigene
Blick verführt zum genauen Verfolgen von unregelmäßiger, weitergeleiteter Rhythmik mit
verschiedenen Gegenläufigkeiten. Einzelheiten bleiben oft schwer fassbar, bis sie sich zeichenhaft
gebündelt präsentieren.
Pomona Zipsers Plastiken, aus Holzfragmenten des Stadtraums Berlin entwickelt, erzählen
kanonartig Geschichten von ihrer „Seefahrt der sperrigen Lattenhölzer“ – geschliffen,
aufgerissen, verletzt, neu zusammengesetzt, elegant verbunden. Pomona Zipser verwandelt
ihr Berliner Strandgut zu Objekten versammelter, bewegter Zeit. Dabei dient ihr der Zufall als
Mittel, um gegen eingeschliffene Realität anzugehen. Ihre ausgestellten Fragment-Montagen
tragen durch das Weißen etwas von der Anonymität des Großstadtlebens zur Schau. Gehüllt
in Weiß scheinen sich die Zeichen wesensgleich im Raum in Bewegung setzen zu wollen. In
Orange hingegen betreten Pomona Zipsers neue Material-Zeichen als sperrige Signale die
Kunstlandschaft Berlins.
|