HOLGER WALTER
| 20. April 2007 - 2. Juni 2007 |
Galerie Inga Kondeyne, Linienstraße 115, 10115 Berlin, Tel 030/25297308 Fax 09, Öfz.: Di-Fr 14-18, Sa 12-17 Uhr
ingakondeyne@galeriekondeyne.de, www.galeriekondeyne.de

ULRICH WERNER
Holger Walter, „Einschnitt“, 2004, Basaltlava, 19 x 21 x 13 cm
Der Karlsruher Bildhauer installiert für fünf Wochen ein Steinfeld in den Galerieräumen. Ahnungen
über Naturgesetze, denen wir alle ausgeliefert sind, geht Holger Walter durch seine Arbeit an
Steinen nach. Seit über 20 Jahren bricht er sein Material aus Steinbrüchen heraus. Dort erlebt er
konkret, wie große Löcher in die Landschaft geschlagen, wie „Berge versetzt“ werden. An anderer
Stelle, in Japan, spürte er, wie die Erde bebte. Erdgeschichten werden thematisiert. Seit kurzem
steht bei Wiesbaden ein „Altar auf dem Felde“ – eine vier Meter hohe Basaltlava-Säule ( sechs Tonnen
Gewicht ) - um die eine Kapelle herumgebaut wird.
Archaisch wirken seine Skulpturen durch knapp reduzierte, radikale Formungen. Er arbeitet mit
der „Naturkruste“ seiner Steine und schafft andererseits durch drastische Sägeschnitte luftdurchlässige
Ausschnitte, neue Lichträume im Stein.
Holger Walter, 1968 in Lauffen am Neckar geboren, 1985 – 88 Steinmetzlehre, 1990 – 96 Studium der Bildhauerei
an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Hiromi Akiyama,
DAAD-Jahresstipendium für Japan 1997 - 98, Arbeitsaufenthalt an der Tama Art University Tokyo, lebt in
Ettlingen.
Zur Website von Holger Walter
Ulrich Werner, o. T., 2005, Wachs, Pigment, Öl auf Holz, 42 x 60 cm
Seine Bilder mit ihrer schrundigen Haut voll optischer Geheimnisse regen an, dem Phänomen „Materie“
nachzugehen. Ulrich Werner hebt auf geschliffenen Wachsflächen meist mit Ölpastell Muster
hervor, die an Fragmente von Umrissen unterschiedlicher Naturerscheinungen erinnern. Offen gegen
fest – wie bei den Nähten menschlicher Schädelknochen – formieren sich nach und nach Linienbahnen
auf seinen Malgründen. Ein roter verschwindender Fleck war zuerst eine Fläche und er kann
wieder zu einer anderen Fläche über eine Serie von Flecken werden oder als Teilstück einer weiteren
Serie sich zu einer linearen Bahn formieren. 2005/6 eröffnete sich in nun großformatigen Bildern
von Ulrich Werner tiefes Schwarz, dem er Weiß, linear und flächig entgegensetzt. Auch seine weißen
Bilder sind nicht leichtflüssig hell; sie sind schwarz unterlegt. Das geschliffene Weiß erstrahlt
streckenweise, daneben kristallisieren sich wie aus großen Nebelbänken Spuren heraus.
Ulrich Werner, 1949 in Fockbek bei Rendsburg geboren, 1972-1978 Studium der Slavistik und
Politologie in Berlin, wissenschaftliche und übersetzerische Tätigkeit, seit 1987 eigenes Atelier,
lebt in Berlin.
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