Galerie Inga Kondeyne, Linienstraße 115, 10115 Berlin, Tel 030/25297308 /6156634, Öfz.: Di-Fr 14-18, Sa 12-17 Uhr
ingakondeyne@galeriekondeyne.de, www.galeriekondeyne.de
Curt Asker
Curt Askers Vorliebe für schwebende Objekte in der Luft über Schweden oder Frankreich
ist legendär. 1984 inszenierte er den Beitrag für die Skandinavischen Länder auf der Biennale Venedig.
Er kann und will er seine Objekte hoch oben im Wind nicht zum Stillstand bringen. Aber der Künstler fordert die Beobachter seiner Installationen zur „Blickstille“ auf. Für einen Moment begegnen wir einem optischen Rätsel am Himmel. Aus dem Gefühl von Verwunderung
entsteht letztendlich Bewunderung für etwas zutiefst bedeutsam Zeichenhaftes.
Curt Askers Objekte sind einfach und zugleich offen für Wandlungen. Seine Kunst kann durch ihre der Natur abgeschauten Formveränderungen immer wieder überraschen. Luft, Wasser, Erde, Sonne – die vier Elemente bieten dem Künstler mit der ihnen immanenten unendlichen Bewegung ein weites Experimentierfeld für die Arbeit. An der See in Brantevik (Schweden) schlägt im Sommer eine Segeltuchschlinge an einem über vier Meter hohen Stab ständig einen großen Kreis im Wind. Er leuchtet im Licht von Sonne und Mond auf. Askers Objekte verweigern sich einer Stempelung durch gewohntes Sehen.
Curt Asker, Jg. 1930, versucht seit Jahrzehnten sich von höchster Ehrung oder Ignoranz unabhängig zu machen. Unermüdlich treibt ihn sein Forschergeist weiter. Ganz gleich ob der gebürtige Schwede sich in Lacoste, Paris, Brantevik oder Stockholm aufhält oder ob er in Berlin Station macht, in gewisser Weise ist der Künstler immer unterwegs. Auf seinen Wegen sucht und findet er Anregungen im Licht- und Schattenspiel. Fragmente können plötzlich blendend klar für ihn an die Oberfläche seines Sehens treten; ein kurzer Druck auf die winzige Digitalkamera, und die Notiz ist gespeichert. Was ist Schatten? Was ist real? Es ist ein Pfeil. Es ist kein Pfeil. Immer bleibt er der Choreograph seines Schrittwechsels.
Askers Zeichen materialisieren sich einerseits als Linien auf dem Papier, darauf können sich Schatten von Gräsern zeigen, die sich zu seinen freien Zeichnungen gesellen. Beides fotografiert er im Miteinander. Gedruckt auf Papier schließlich erstaunt diese Verbindung.
Andererseits gibt es die Objekte aus Federstahl. Diese schweben schattenreich vor Wänden in Ausstellungsräumen, Wohnungen, im öffentlichen Raum oder zeitweise in der Natur in kräftigen Rot-, Grün-, Blau- Orange- oder Gelbtönen. Oder Asker legt eines von ihnen
ins flache Wasser der Ostsee und setzt damit einen plötzlichen Bewegungsprozess in Gang. Im Sonnenlicht brechen die Wellen den Formenvorschlag des Künstlers. Aus ruckartig schnellem Chaos entsteht ein weiterführender gleichmäßiger Rhythmus.
Ich bin stolz, dass Curt Asker wieder in meiner Galerie in Berlin ausstellt. Inga Kondeyne
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DECK 3 /JUNGE ZEICHNUNG
Annett Fay
1982 in Berlin geboren, 2001 - 2007 Kunsthochschule Berlin-Weißensee, 2005 Studien-Aufenthalt in Bergen ( Norwegen ) und Gasthörerin an der Kunsthochschule in Kassel, 2006 Studienaufenthalt in Trondheim ( Norwegen ), 2007 Meisterschülerin bei Hanns Schimansky, KHB
Gruppenausstellungen: 2004 ‚leichte Massaker’, Berlin; Videoabend ‚Urzula’ in der Galerie Pankow, Berlin; 2005 ‚Strich auf!’ in der Galerie Pankow, Berlin; 2006 ‚emergeandsee’ - Kurzfilmfestival im Kino Babylon, Berlin; ’President's XI’ Galerie Ruth Leuchter, Düsseldorf; ’Promenadenmischung’ Diplomausstellung, Berlin; Flat Files, Art Forum Berlin, Beteiligung am Messestand der Kunsthochschule Berlin, kuratiert von Karin Sander;
’Anonyme Zeichner’, im Blütenweiß, Berlin; Kurzfilmfestival Konstanz; 2007 ‚emergeandsee’, Kurzfilmfestival im Kino Babylon, Berlin; ’Anonyme Zeichner’, Blütenweiß, Berlin , 2008 ’Meisterschüler 08’, Berlin
'Das Zeichnen ist für mich das Festhalten von Momenten.
Es sind persönliche Erlebnisse und gesellschaftliche/kollektive Ereignisse, die ich auf dem Papier sammle und mische.
Meine „Außenquellen“ sind Radiobeiträge, Gesprächsfetzen von der Straße, Musikstücke, Ausstellungen und Nachrichten.
Es entstehen meist mehrere Zeichnungsschichten, wobei ich versuche die einzelnen Infor-mationen durch die Schichten neu zu gewichten.
Auf meinen Zeichnungen sieht man Figuren, Liniengeflechte und Worte. Sie stehen neben-einander, überkreuzen oder überlagern sich.
Manchmal ist eine Information zu stark, zu eindeutig. Durch neue Verflechtungen versuche ich ihr die Eindeutigkeit wieder zu entziehen und sie mit anderen Elementen in Bezug zu stellen.
Wenn jedoch die Schichten zu sehr ineinander wachsen und die einzelnen Informationen ver-loren gehen, dann ist auch die Zeichnung tot.' Annett Fay

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 Curt Asker, Blickstille, 2007, Federstahl, Venyl |
 Annett Fay, o.T., 2008, Zeichnung |